«Stärkeres Interesse für alternative Antriebe»

Boxenstopp mit Thomas Rücker

«Stärkeres Interesse für alternative Antriebe»

15. Juni 2021 agvs-upsa.ch – Spannende Persönlichkeiten aus der Autobranche berichten über Aktualität und Strategien. Heute Thomas Rücker, Managing Director Iveco (Schweiz) AG.

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Quelle: Iveco 

jas. Die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe für fossilfrei angetriebene Nutzfahrzeuge wird bald gesenkt, steigt daher das Interesse der Spediteure an LKW mit alternativen Antrieben?
Thomas Rücker, Managing Director Iveco (Schweiz) AG:
Wir spüren schon seit ein bis zwei Jahren eine deutlich stärkere Auseinandersetzung unserer Kunden mit alternativen Antriebskonzepten – unabhängig von der eigentlichen Antriebsart von batterieelektrische, Brennstoffzellen- oder Gas-Fahrzeugen. Sobald die neuen Rahmenbedingungen klar sind, werden vermutlich batterieelektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge mit Biogas- oder Synthesegas-Antrieben gleichgestellt; da die Gemeinsamkeit dieser Konzepte der fossilfreie Antrieb ist.

Wie unterstützt die Marke Iveco Ihre Kunden auf dem Weg zu Netto-Null im Schwerverkehr?
Die technologische Entwicklung an unseren Neufahrzeugen mit der Anpassung von Abgasnormen – wie beispielsweise ab Januar 2022 Euro 6e/VIe – oder auch die Implementierung der CO2-Abgabe für leichte Nutzfahrzeuge findet laufend statt. Daneben haben wir schon früh auf Elektro-, Hybrid- und auch Gas-Fahrzeuge gesetzt. Damit wollen wir einen bereits heute umsetzbaren Beitrag leisten, damit unsere Kunden ihren CO2-Fussabdruck optimieren können. Den grössten Markterfolg hatten bisher Gas-Fahrzeuge. Die nächsten Entwicklungsstufen für den schweren Güterverkehr gehen in Richtung von batterieelektrische oder Brennstoffzellen-Fahrzeugen als Ergänzung heutiger Applikationen.

Für welche Unternehmen lohnt sich der Umstieg vom herkömmlichen Diesel beispielsweise auf ein CNG- oder LNG-Fahrzeug?
Bereits heute – ohne spezifische Fördermassnahmen für Gasfahrzeuge – lohnt sich der Einsatz von methan-betriebenen Fahrzeugen. Ob die Energie hochkomprimiert als CNG oder in verflüssigter, tiefkalter Form als LNG aufgenommen wird, ist bloss eine Frage der Reichweite. Bei schweren Nutzfahrzeugen lohnt sich heute der Umstieg von Diesel- auf CNG/LNG-Fahrzeuge, sobald mehr als etwa 400'000 Kilometer gefahren werden. Wenn in Zukunft eine intensivere Förderung von fossilfreien Antrieben stattfindet, sind Gas-Fahrzeuge in der Pole-Position. Denn methan-betriebene Fahrzeuge können mit Biogas, Synthesegas und CNG betrieben werden.

Sie bieten bei Ihrem Iveco S-Way sogar die Kombination von CNG- und LNG-Tanks auf einem Fahrzeug ab Werk an. Was sind die Gründe dafür?
Derzeit sind in der Schweiz noch nicht so viele LNG-Tankstellen in Betrieb. In anderen Ländern bestehen vielleicht etwas mehr LNG-Tankstellen, aber die Dichte ist vergleichsweise gering. Kunden, die eine Kombivariante von CNG- und LNG-Tanks wählen, setzen auf eine höhere Reichweite als mit bisherigen CNG-Fahrzeugen. Sie wollen aber gleichzeitig den polyvalenten Einsatz nutzen können mit einem dichteren Versorgungsnetz von beiden Energieformen.
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