«Wir haben ein emotionales Produkt»

14. März 2018 agvs-upsa.ch – Passend zum Auto-Salon in Genf beschäftigt sich die TV-Sendung «Fokus KMU» mit dem technischen Wandel in der individuellen Mobilität. Zu Wort kommen auch Vertreter des AGVS.
 

Die Talkrunde (v.l.): Mobility-CEO Patrick Marti. Moderator Joel D. Bigler, AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli und BLS-Manager Markus Dössegger.

sco. «Fokus KMU – die Sendung für Wirtschaft & Gesellschaft» wird vom Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) produziert und analysiert alle zwei Wochen wichtige Themen und spannende Geschichten aus der Schweizer KMU-Wirtschaft. Die aktuelle Sendung startet im Personenwagen-Zentrum von Mercedes-Benz in Bern. Serviceleiter und stv. Geschäftsführer Marc Schneider ortet eine tiefgreifende Veränderung im Bereich der Mobilität. «Wir brauchen Leute, die sich nicht nur für Mechanik interessieren, sondern auch für Elektrotechnik», sagt Schneider zur Fachkräftethematik. «Sie müssen nicht nur Benzin im Blut haben, durch ihre Adern muss auch Strom fliessen.»

Maeder: «Fachkräfte sind eine Herausforderung»

Olivier Maeder, Leiter Bildung beim AGVS, bezeichnet die Fachkräfte als «Herausforderung im Autogewerbe, aber auch in anderen Branchen, in denen es um Handwerk und Technik geht». Das Autogewerbe habe gegenüber anderen Branchen einen Vorteil: «Mit Autos oder Nutzfahrzeugen können wir ein emotionales Produkt anbieten.»
 
Im anschliessenden Talk diskutierte AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli mit Mobility-Geschäftsführer Patrick Marti und mit Markus Dössegger, Leiter integrierte Mobilität BLS, über die Zukunft der Mobilität. Gleich zu Beginn stellte Moderator Joel D. Bigler die Gretchenfrage und wollte von Urs Wernli wissen, ob er auch ÖV nutzt. Eine Frage, die Wernli mit gutem Gewissen bejahte. Er stellte klar, dass es auch für den AGVS-Präsidenten absolut sinnvoll sei, ab und zu auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Die drei Gesprächsteilnehmer waren sich weitgehend einig, dass es ein Miteinander der Verkehrsträger brauche. Urs Wernli betonte in der Diskussion, wie wichtig der Strassenverkehr für eine funktionierende Wirtschaft ist – sowohl für die täglichen Pendlerströme wie auch für den Gütertransport. Und der Tatsache, dass jeder Jahr rund 100'000 junge Menschen in der Schweiz die praktische Führerscheinprüfung absolvieren, entnehme er, dass auch junge Städter nach wie vor ein Bedürfnis nach individueller Mobilität hätten, so Wernli.

Wernli: «ÖV wird tendenziell abnehmen»

Auf die abschliessende Frage, wie wir uns in 20 Jahren bewegen, zeigte sich Markus Dössegger von der BLS überzeugt, dass selbstfahrende Fahrzeuge ein Thema seien. «Es gibt unterschiedliche Szenarien: Ein sehr disruptives, das besagt, dass der öffentliche Verkehr seine Vorteile verliert. Das ist unser Worst-Case-Szenario.» Es gebe daneben ein Szenario, in dem der ÖV weiterhin eingebettet ist in ein Gesamtsystem, in dem sich verschiedene Verkehrsträger gut ergänzen.
 
Auch für Urs Wernli ist klar, dass die Entwicklung zu Fahrzeugen führe, die selbstständiger unterwegs seien, mehr Komfort und Sicherheit bieten und weniger Platz benötigen. «Solche Fahrzeuge werden den öffentlichen Verkehr noch mehr ablösen.» Es werde weiterhin sehr viele Autos geben und auch der ÖV werde bleiben. «Aber er wird tendenziell eher abnehmen.»



Noch bis Sonntag im TV, immer im Netz

Die aktuelle Sendung «Fokus KMU» wird noch bis Sonntag täglich auf den TV-Sendern TeleZüri, TeleM1, TeleBärn (jeweils um 17.35 Uhr) sowie auf Tele Z (17.25 Uhr) ausgestrahlt. Die rund 20-minütige Sendung ist auch online auf fokus-kmu.tv zu sehen.
 
Feld für switchen des Galerietyps
Bildergalerie